Die Zukunftswerkstatt



Zukunftswerkstätten werden als ein Instrument für innovative und demokratische Planungen eingesetzt. In ihnen kommen die Betroffenen selbst zu Wort und erarbeiten die zu ihrer persönlichen Lebenssituation passenden Lösungsvorschläge.



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Kurzinformationen zum Thema Zukunftswerkstatt

Erfinder der Zukunftswerkstätten ist Robert Jungk, der bereits Ende der 60er Jahre mit ihnen experimentierte. Sie werden heute nicht nur für Erwachsene, sondern immer mehr auch in der Arbeit mit Kinder- und Jugendgruppen eingesetzt. Zukunftswerkstätten bieten den sonst nicht oder nur selten gefragten Menschen in Betrieben, Schulen, Einrichtungen und im Gemeinwesen die Möglichkeit, die sie betreffenden Probleme zu erkennen und aufzuzeigen, eigene Lösungsvorschläge zu erarbeiten und somit aktiv und demokratisch an der Gestaltung ihrer Zukunft teilzuhaben.



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Die Phasen der Zukunftswerkstatt

Zukunftswerkstätten untergliedern sich in mehrere Arbeitsphasen:




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Die Einstiegsphase
Die Einstiegsphase der Zukunftswerkstatt dient dem allgemeinen Kennenlernen, der Klärung organisatorischer Fragen sowie der Vorstellung des Themas und der Besprechung wichtiger Regeln. Darüber hinaus werden die Erwartungen der Teilnehmer/innen in spielerischer Art abgefragt und besprochen.



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Die Kritikphase


In der Kritikphase werden die Kritikpunkte der Teilnehmer/innen, ihr Unmut und ihre Unzufriedenheit gesammelt. Die TN dürfen meckern, motzten und Dampf ablassen. Indem der Frust und die damit verbundenen Emotionen rausgelassen werden, wird ihr Kopf frei für die nachfolgende Phantasiephase.



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Die Phantasiephase


Das wichtigste Anliegen der Phantasiephase ist die Schaffung eines kreativen, experimentierfreudigen und absolut angstfreien Klimas, damit die Kinder und Jugendlichen ihrer Phantasie völlig freien Lauf lassen können. Die Ideen sollen frei sprudeln ohne irgendeine Form der Bewertung.



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Die Modellbauphase


In der Modellbauphase bauen die Kinder und Jugendlichen dreidimensionale Modelle ihrer Ideen und Wünsche. Das eigene Tun kommt nicht nur dem intuitiven, ganzheitlichen und visuellen Denken der Kinder entgegen, es fördert auch die Identifikationmit dem Vorhaben und erleichtert allen Beteiligten zu beGREIFEN, worauf es ankommt.



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Die Präsentationsphase

Die sich an die Phantasie- und Modellbauphase anschließende Präsentationsphase bereitet den Weg zur Projektrealisierung vor. Die erarbeiteten Ergebnisse und die Modelle werden der Öffentlichkeit in besonders wirksamer Weise vorgestellt. Zu der großen Präsentation werden neben den Eltern und der Presse insbesondere die Entscheidungsträger/innen aus der Verwaltung eingeladen.





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Beispielprojekte

In Schleswig-Holstein wurden in der Vergangenheit viele Zukunftswerkstätten mit sehr unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten durchgeführt. Beispielhaft vorgestellt werden vier Werkstätten, in denen Kinder und Jugendliche an Planungsprozessen in ihrer Kommune beteiligt wurden.





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Spielplatzgestaltung mit Kindern


Die Kinder sammelten auf roten Karten ihre Kritik und steckten sie in einen großen Sack. Dann notierten sie auf grünen Karten ihre Wünsche. Und schließlich bauten sie dreidimensionale Phantasie-Spielplatzmodelle auf Sperrholzplatten aus "Wertlos-Materialien" (Papier, Kork, Yoghurtbecher, Klorollen, Holzreste u.a.).



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Wiederaufbau Jugendzentrum


Zum Wiederaufbau eines abgebrannten Jugendzentrums wurden drei Zukunftswerkstätten mit drei unterschiedlichen Zielgruppen durchgeführt. Die Wandzeitungen wurden für die Präsentation in einer Turnhalle in drei Lagen übereinander aufgehängt (rot: Kritikwand, blau: Phantasiephase, orange: Öffnungszeiten und Personal). Dazu die Modelle der Jugendlichen.



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Schulhofumgestaltung


Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 9 äußerten zunächst in ihren Klassenverbänden Kritik an dem vorhandenen Schulhof und sammelten Ideen zu dessen Umgestaltung. Je ein "Vertreter" und eine "Vertreterin" je Klassen stellten ihre Ergebnisse den anderen Schüler/innen vor und bauten nach den Hauptwünschen auf der Hitliste dreidimensionale Modelle von ihren Lieblingsecken und phantastischen Entwürfen.



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Schulwegesicherheit


Die Kinder und Jugendlichen wissen am besten, wo es auf ihrem Schulweg gefährliche Ecken und Kreuzungen gibt. Mit Fotoapparat, Papier und Bleistift erforschen sie ihren Stadtteil, tragen die Ergebnisse zusammen und erarbeiten in einer Ideenwerkstatt Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation. Dabei können sich auch schon die Kleinen überraschend gut auf dem selbstgemalten Stadtplan orientieren.


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